14 Juli 2014 - 03:55
Abbas fordert internationalen Schutz für die Palästinenser

Angesichts des Verbrechens der israelischen Armee im Gazastreifen hat Präsident Mahmud Abbas internationalen Schutz für die Palästinenser gefordert.

In einem Brief an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon wolle er darum bitten, den Staat Palästina offiziell dem internationalen UN-Schutzprogramm zu unterstellen, hieß es. Abbas forderte den Angaben zufolge zudem die sofortige Einsetzung einer Untersuchungskommission zum israelischen Militäreinsatz. "Die palästinensische Führung ist entschlossen, konkrete Maßnahmen zu treffen, um gegen die schreckliche Situation im Gazastreifen anzugehen", erklärte das PLO-Führungsmitglied Hanan Aschrawi in der PLO-Erklärung.

Bei einem Treffen arabischer Außenminister werde man auch die Ausarbeitung eines entsprechenden Antrags an den UN-Sicherheitsrat fordern. Die palästinensische Führung werde zudem eine Dringlichkeitssitzung des UN-Menschenrechtsrats verlangen.

Angesichts der dramatischen Ereignisse kommt die internationale Krisendiplomatie in Gang. Am Sonntag treffen die Außenminister Deutschlands, der USA, Großbritanniens und Frankreichs am Rand der Atomgespräche in Wien zusammen, um Möglichkeiten für eine Waffenruhe zu erkunden. Die Arabische Liga berief für Montag eine Dringlichkeitssitzung in Kairo ein. Der UN-Sicherheitsrat in New York kommt ebenfalls am Montag zu einer weiteren Sondersitzung zusammen. Die 15 Mitglieder des höchsten UN-Gremiums hatten sich bereits am Samstag extrem besorgt über die Eskalation der Gewalt gezeigt und eine Waffenruhe gefordert.

Auch Bundesaußenminister Steinmeier will sich  morgen und übermorgen bei Treffen mit israelischen und palästinensischen Verantwortlichen um eine Waffenruhe bemühen.

Kinder und Frauen im Gazastreifen sind die Leidtragenden der israelischen Aggression. Ein 14-Jähriger sei bei dem Beschuss des nördlichen Gazastreifens ums Leben gekommen, teilte der Sprecher der örtlichen Rettungsdienste, Ashraf al-Kidra, über Twitter mit. Auch eine 80-Jährige sei unter den Opfern. Der israelische Rundfunk meldete, in der Küstenstadt Ashkelon sei ein Jugendlicher von Raketentrümmern verletzt worden. Tote gab es auf israelischer Seite nicht.